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Der Spiegel der Vergangenheit ist allgegenwärtig
von Mike Burkhardt
Ein Blick in die Geschichte ist wie der Blick durch ein Fenster ohne Rahmen. Zu groß erscheint uns das Sichtfeld, um die Vergangenheit jahrhundertealter Geschichte und Geschichten auf das Niveau eines Augenblicks zusammenfassen zu können. Nur mehrfaches Hinschauen und geeignetes Zusammenfügen markanter Ausschnitte der Geschehnisse längst vergangener Tage ermöglichen bei entsprechender Vereinigung der Momentaufnahmen anschauliche Bilder der Zeit vor unserer Zeit. Dabei spielt es keine Rolle, wohin wir schauen. Der Blick geht prinzipiell in die Vergangenheit. Sei es der Bruchteil der Mikrosekunde, bevor das Licht als Bild die Sinneszellen in unserem Gehirn erreicht und das dort ein scheinbares Jetzt abbildet, das kaum einen Augenblick später schon nicht mehr neu ist. Oder sei es gar der Blick in den nächtlichen Sternenhimmel, dessen Licht mancher Gestirne nach Millionen von Jahren auf unserer Erde eintrifft und deren Absender im Moment der optischen Sichtbarkeit auf unserem Planeten möglicherwiese schon überhaupt nicht mehr existieren. Der Blick in die Vergangenheit hängt also maßgeblich vom Abstand der zu betrachtenden Objekte ab und die Möglichkeit des Einzelnen, über den scheinbar zeitnahen Horizont aktueller Geschehnisse in das unendliche Universum von Entstehen und Vergehen allen Seins zu blicken. Nichts ist übrigens vielfältiger als die Erforschung der Vergangenheit und es gibt kaum eine Wissenschaft, die nicht in irgendeiner Form daran beteiligt ist. Sei es die Mathematik beim Berechnen zeitlicher Vorgänge oder die Chemie zur Analyse der Substanz historischer Fragmente. Genau genommen spielt eigentlich jede Lehre des uns bekannten Wissens beim Beleuchten der Geschichte eine sehr wichtige Rolle oder ist gar ein bedeutender Bestandteil der Selbigen. Allerdings ist Geschichte als Unterrichtsfach nicht unbedingt das absolute Lieblingsfach der meisten Schüler an unseren Schulen. Wer paukt schon gerne Zahlen zu Dingen aus einer Zeit, die da angeblich noch viel älter sein sollen als die eigenen Eltern. Wenn die schon nicht cool sein können, wie sollen dann Sachen mit der Vorsilbe "Ur oder Prä" und das Wissen um Dergleichen für einen jungen modernen Menschen von wichtiger Bedeutung sein. Auf die Frage, ob man das, was der Pauker an der Tafel mit einer unverständlichen Begeisterung als Ursprünge allen menschlichen Seins zelebriert, mal für irgendetwas brauchen könnte, würde im Mathe-Unterricht akkurat den Stempel "nicht definiert" bekommen. Da gibt es doch wirklich Wichtigeres... oder?

Alles das "Retro" noch ein "New" war...
Dass Geschichte auch interessant und unterhaltsam zugleich sein kann, zeigen historische Rückblicke auf den Seiten von "Geschichte-entdecken.com". Allein die Rückblende in Dinge des Alltags der etwas näheren Vergangenheit in Form der 1970er und 1980er Jahre wird bei manchem sicherlich die eine oder andere Erinnerung wieder hervor rufen. Und was für den Einen eine Erinnerung ist, stellt für den Anderen ein spannendes Kompendium über Alltagsgegenstände aus einer Zeit dar, welche er selber nicht mehr kennengelernt hat. Was war damals modern und wie ähnlich sind sich die Wünsche von damals zu den Wünschen von heute. Was gab es zu jener Zeit, deren Produkte heute gerne als Retro bezeichnet werden. Immerhin kommt alles irgendwann mal wieder in Mode. Zumal besteht in vielen heutigen Haushalten immer noch die Chance, auf dem Speicher, dem Flohmarkt oder bei den eigenen Eltern oder Großeltern diverse Originale aus einer Zeit zu finden, in der die Elterngeneration selber noch jung oder zumindest jünger war.
Ausgewählte Beiträge und Publikationen bei Geschichte-entdecken.com
Und Action... - ein Kult-Produkt aus den 80er Jahren der DDR
Der kultige Duft aus dem VEB Betrieb Florena Waldheim-Döbeln
Modeuhren der 1970er und 1980er Jahre
Die modischen Zeitmesser vergangener Tage in einer Auswahl
Heim-elektronisches der 1970er und 1980er Jahre
Wissenswertes zum Thema Heim-Elektronik aus Ost und West vor 1989
Matchbox - Faszination mit vier Rädern
Informatives über eines der bekanntesten Spielzeug-Autos der Welt
Der Flummi als Spielzeug der 1970er Jahre
Als ein kleiner Gummiball die ganze Welt eroberte
Regionale Geschichte - Elisabeth von Thüringen - Rückblick in eine Internet-Produktion von 2007
Elisabeth - Rückblick in eine Internet-Produktion von 2007

Eigentlich sollte es nur ein kleines Bilderbuch speziell für das Internet werden, welches in Vorbereitung auf das Elisabeth-Jahr 2007 in Produktion ging. Schnell wurde jedoch aus der kleinen Idee eine recht aufwendige Angelegenheit mit jeder Menge Mitstreiter, die allesamt ehrenamtlich für "Elisabeth 2007" zu Verfügung stand. So konnten für die Bilder zum Online-Buch so gut wie alle wesentlichen Figuren aus dem Leben der "Heiligen Elisabeth" besetzt und in Szene gesetzt werden. Die historische Kostüme, die originalen Wirkungsstätten der Heiligen Elisabeth und nicht zuletzt die technische und künstlerische Unterstützung durch Mitarbeiter des Landestheater Eisenach machten die kleine Online-Vita zu einer gern genutzten kurzweiligen Bildung über das Leben einer großen Persönlichkeit.
Aktuell wird die kleine Online-Geschichte über die "Heilige Elisabeth" überarbeitet. Dabei sind in erster Linie weitere Internet-Angebote zum Thema "Bildung und Wissen" geplant, die neben den Infos auch wieder mit gestalteten Bildern online sein werden.



Konsum-Artikel der DDR der 1980er Jahre - Konsumverhalten und Konsumforschung
Die Welt der Düfte als eine Reise in die Vergangenheit

Es sind die Sinne, denen der Mensch erliegt, wenn er sich nach der Ursache für manches scheinbar alltägliche Handeln fragt. Warum mögen wir manche Düfte und manche nicht und warum ist das nicht bei allen Menschen gleich? Warum fällt es uns leichter, ein scheinbar aktuell modisches Kleidungsstück zu tragen als einen als ebenso aktuellen Mode-Duft als den zu uns passenden zu akzeptieren. Natürlich, wir ziehen nicht jede Klamotte an, welche die aktuelle Mode als top-modern anpreist. Aber die Chance, dass wir in rund ein bis zwei Jahrzehnten über das ehemals getragene Outfit kichern werden oder gar eine Schau zeitgenössischer Bilder jener Tage verweigern , scheint hierbei wesentlich größer, als eine deutliche Wahrscheinlichkeit, sich an die nostalgischen Düfte der Vergangenheit recht wohlwollend zu erinnern. Ist es leichter, bezogen auf die Kleidung, sich dem Diktat der Mode zu beugen, weil es nicht so auffällt, wenn all die Anderen auch so herumlaufen? Oder ist die große Welt der Düfte anscheinend vergänglicher, weil man sie später auf alten Fotos nicht riechen kann.
Fakt ist, das jede Zeit oder genauer gesagt, jede Generation ihre modischen Düfte. Die 1970er oder die 1980er und natürlich auch die Aktuelle. Manche duftende Kreation wurde generationsübergreifend berühmt und ist selbst heute noch in den Parfümerien zu finden, andere starben mit dem Traum von der ewigen Jugend am Ende der jeweiligen Ära aus.
Da eine Kombination aus "Duft-Molekülen" eine Nase benötigt, um dort auf chemisch-elektrischer Basis zu einem Impuls gewandelt zu werden ähnlich dem Sehen beim Auge, könnte es doch möglich sein, dass das "duftende Bild" eines Parfüms nach diversen Vorgängen im Gehirn irgendwo abgespeichert ist. Richtig ist, dass sich das Gehirn in der Regel an so gut wie jeden Vorgang "erinnern" kann, der durch die äußerlichen Rezeptoren in Form von Auge, Ohr und natürlich auch der Nase geliefert wurde. Düfte werden also ebenso abgespeichert wie die Tonfolgen von Musik oder die Bilder vergangener Tage.
Aber können wir uns auch ebenso gut an den ehemals verwendeten damals modischen Duft erinnern oder gar an den Duft von anderen Menschen, die uns zu jener Zeit umgaben? Entsteht beim Riechen eines originalen Duftes aus der Vergangenheit ein ebenso mehr oder weniger deutliches Bild jener Zeit wie beim Betrachten eines alten Fotos?
Düfte prägen sich ebenso in das menschliche Bewusstsein ein wie jeder andere Reiz, an den Mann oder Frau sich später erinnern kann. Wie intensiv eine solche Erinnerung sein kann, hängt dabei von ganz unterschiedlichen Faktoren ab.
Diverse Versuche zu einer Arbeit über das Thema "Düfte Ost und West der 1970er und 1980er Jahre" haben besonders bezogen auf den direkten Vergleich DDR und BRD zu recht erstaunlichen Ergebnissen geführt. Tickte der ehemalige Osten, wie bei fast allen Konsum-Artikeln, etwas anders als der damalige Westen? Hatten die modischen Düfte aus dem ehemaligen Westen tatsächlich einen so viel höheren Stellenwert in der Gunst von Konsumenten in der DDR als die Parfümerie-Artikel aus der heimischen Produktion?
Die Antworten soll Konsumforschung zum Konsumverhalten in der DDR speziell der 1970er und 1980er bringen. Viele heutige Darstellungen dieser Zeit über Dinge, welche zeittypische Verhaltensmuster nur in ihren Auswirkungen aufzeigen, spiegeln häufig ein stark verfälschtes Bild wieder. Sensible Forschung über konsumbezogene Wertigkeiten soll neben den Effekten der Mangelwirtschaft des Osten vor allem die Herausbildung einer ganz eigenen Wertekultur beweisen, die vor 1989 ein ganzes Land prägte und ein wesentlicher Bestandteil der späten DDR-Kultur ist.

Hinweis: Alle veröffentlichten Publikationen zu diesen Themen mit populärwissenschaftlichem Charakter sind urheberrechtlich geschützt. Hierzu zählen in erster Linie alle Textinhalte. Für die Wahrung und den Schutz der rechtlichen Interessen wurde ein Notariat beauftragt.

Technische Konsum-Artikel der DDR der 1980er Jahre
Die Technik aus dem Osten mit dem Sound aus dem Westen

Selbstverständlich fand auch der DDR-Walkman LSC 1010 aus dem VEB Elektronic Gera mit Betriebsteil Lobenstein seinen Weg in den damaligen Westen und wieder zurück in die DDR per Genex-Katalog als erster in der ehemaligen DDR produzierter Walkman überhaupt. Zumindest taucht er dort 1988 zu einem Preis von gerade mal 58.- D-Mark (BRD-Währung) als "Klein-Kassettenabspielgerät" erstmalig auf. Obwohl das Gerät wie so vieles in DDR wesentlich zu spät auf den Markt kam, kostete der Walkman im Jahr 1988 im Handel der DDR immerhin 299.- Mark (der DDR). Allerdings stand der Kassettenabspieler nicht in allen Rundfunk-Geschäften im Ost-Deutschland zur Verfügung. Ihn mit den als Sonderzubehör erwerbbaren Aktiv-Boxen LSC 1020 kaufen zu können, war zumindest in der Provence der DDR eher unwahrscheinlich. Da sich der DDR-Bürger im Allgemeinen durchaus auch für die Modelle der westlichen Konkurrenz interessierte, war die östliche Technik auf dem internationalen Markt nur von geringerer Bedeutung. Preisgünstige Katalogmodelle sind 1988 in der BRD bereits ab 25.- DM zu haben, im Handel der BRD zum Teil noch günstiger. Bedenkt man, dass der Walkman um 1979 entwickelt wurde und die "Neue Deutsche Welle" samt der ganzen coolen Pop-Musik aus Anfang der 1980er Jahre bereits den neueren Musikstilen Platz machte, wird das ganze Drama für die späten Technologien der DDR mehr als deutlich sichtbar. Ein typisches Statussymbol der modernen Jugend der 1980er Jahre stand während seiner Blütezeit somit nur dem zur Verfügung, welcher die entsprechenden Möglichkeiten hatte, sich ein entsprechendes Teil zu besorgen oder besorgen zu lassen. Zwar importierte die ehemalige DDR in der ersten Hälfte der 1980er Jahre mangels eigener Konsumartikel diverse westliche Produkte für den Verkauf gegen DDR-Währung in ausgewählten Geschäften. Allerdings kostete ein japanischer Walkman im Centrum Warenhaus in Ost-Berlin im August 1984 satte 610.- Mark (der DDR), was nicht unbedingt als günstig zu bezeichnen ist. Allerdings war das Model "Sanyo Stereo Cassette Player M-G12" trotz des Preises und natürlich auch wegen der geringen importierten Stückzahlen schnell ausverkauft. Das Geld schien oft das geringere Problem beim Erwerb technischer Artikel in der DDR zu sein. Allein die relativ unausgewogenen Möglichkeiten, moderne zeitgemäße Unterhaltungselektronik überhaupt offiziell und gegen Mark der DDR im Handel der DDR kaufen zu können, war in vielen Fällen kaum lösbares Problem, zumindest für jene DDR-Bürger, die keine Verwandtschaft im Westen hatten oder anderweitig Devisen beschaffen konnten. Mit entsprechender Währung in Form D-Mark aus der BRD war es überhaupt kein Problem, in einem Spezial-Geschäft namens Intershop auf dem Gebiet der DDR all die schönen Dinge zu erwerben, die das Konsumenten-Herz begehrt. Auch den bei der Jugend der 1980er Jahre beliebten Walkman in all seinen Varianten.

(Auszug aus einer Publikation zum Thema "Leben und Konsum in der DDR", Mike Burkhardt, 2012)

Konsum-Geschichte der DDR und BRD der 1970er und 1980er Jahre
Wirtschaftshilfe für die DDR... Was musste rein ins Westpaket?

Wer heute als Bundesbürger durch einen Supermarkt geht, wird sicherlich kaum darüber nachdenken, dass viele der schönen Dinge, die man hier kaufen kann, in der Zeit des geteilten Deutschlands vor 1989 unter anderem auch beliebte Artikel für den innerfamiliären West-Ost-Export sein könnten.
Während die damalige BRD zumindest östlich des Eisernen Vorhangs als erstrebenswerter Ort galt, wo man alles kaufen konnte, was das Herz begehrt, herrschte in der ehemaligen DDR in vielen Fällen ein spürbarer Mangel an gewissen Konsumprodukten, die das Verbraucherherz erfreuten...

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(Auszug aus einer Publikation zum Thema "Leben und Konsum in der DDR", Mike Burkhardt, 2012)

Musik-Instrumente der 1970er und 1980er Jahre aus dem ehemaligen Ostblock
Elektronika - Musikinstrumente aus dem ehemaligen Ostblock
Besonders unter den Amateurmusikern der ehemaligen DDR war der Bedarf an zu jener Zeit modernen Musikinstrumenten relativ hoch. Entsprechendes Equipment stand im Rahmen der allgemeinen und fast allgegenwärtigen DDR-Mangelwirtschaft wenn überhaupt nur sehr begrenzt zur Verfügung. Westliche Instrumentarien führte der Einzelhandel der DDR offiziell nicht und die Palette vergleichbarer östlicher Produkte konnte die Bedürfnisse vieler Musiker in keiner Weise decken. Der moderne Sound jener Zeit kam aber aus dem Westen und wurde dort mit westlichen Instrumenten erzeugt. Das wollte man im Osten natürlich auch, dass die nachgespielten Werke mit Proberaum mancher Amateurbands im Keller eines Hauses im Hinterhof genau so klingen sollten wie das Original aus der Hitparade der BRD. Leider fehlte aber in den meisten Fällen das passende Werkzeug. Das Improvisieren mit dem, was da ist, war angesagt, zumindest für jene Musiker, die sich keine West-Instrumente irgendwie besorgen konnten.
Das heißt natürlich nicht, dass es im Osten aus östlicher Fabrikation keine geeignete Technik gab. Zwar ist es richtig, dass besonders bei den elektronischen Musikinstrumenten das eine oder andere Keyboard wesentlich zu spät auf den Ost-Markt kam. Allerdings entpuppte sich so mancher Spätzünder aus den östlichen Instrumenten-Werkstätten zu einem wunderbaren Werkzeug, wenn man es richtig bedienen konnte. Besonders einige analoge Tonerzeuger und das, was man ihnen entlocken kann, verkörpern exakt diverse Stilrichtungen der Musik jener Zeiten oder besser gesagt, deren Klang.
Der Strings-Synthesizer Elektronika EM-25 (ЭЛЕКТРОНИКА ЭМ-25) aus der ehemaligen UdSSR ist ein typisches Produkt aus dieser Palette. Während ähnliche Produkte aus westlicher Produktion bereits am Ende der 1970er Jahre den Markt eroberten, erblickten die ersten ЭЛЕКТРОНИКА ЭМ-25 erst Ende der 1980er Jahre das musikalische Licht der Welt. Das war natürlich wesentlich zu spät aus westlicher Sicht, deren Tonwelten des Elektro-Pop schon längst digital revolutioniert waren. Analoge Synthesizer mit Strings-Sektion plus Orgel hatten es da schwer, sich gegen die damals modernen Digital-Synthis zu behaupten, wo ähnlich wie heute bereits viele Sounds auf Kopfdruck abgerufen werden konnten. So fanden Sintesatoren ala EM-25 zwar nur seltener ihren Weg in die westliche Musik, allerdings bis in den westlichsten Osten in Form der DDR kamen sie auch nicht.
Das auf dem Foto abgebildete Instrument schleppte im Frühjahr 1991 ein Hobby-Musiker aus der DDR als Handgepäck im wahrsten Sinne des Wortes aus der UdSSR in die Nähe von Berlin. Er hatte es auf einer Reise dort in einer Musikalienhandlung entdeckt und am 26. April 1991 dann erworben. Immerhin wiegt ein Elektronika EM-25 ungefähr 30 kg und ist nach russischer Manier scheinbar aus einem Stück gefeilt, was das Instrument zu einer recht robusten Angelegenheit macht. Der Synthesizer selbst wurde anhand der Seriennummer bereits wahrscheinlich um 1989 gebaut. Da seinen Erstbesitzer ihn nur für Hobbyzwecke benutzte, ist der EM-25 möglicherweise einer der besterhaltenen Elektronikas seiner Art inklusive Bedienungsanleitung, Garantie-Karte und Schaltplänen.
Mehr zu diesem Thema in Kürze... (Infos, Soundbeispiele u.ä.)

(Auszug aus einer Publikation zum Thema "Leben und Konsum in der DDR", Mike Burkhardt, 2012)
Westliche Konsumartikel der 1980er Jahre im Handel der ehemaligen DDR
Die Technik des Westens im Kaufhaus des Ostens
Das sich in vielen Teilen des Staatsgebietes der ehemaligen DDR die sogenannte Mangelwirtschaft breit machte, ist rein geschichtlich gesehen durchaus richtig. Dass es so gut wie nichts gab ist entgegen mancher Meinung ebenso falsch wie der Irrglaube, man konnte in der DDR für das Geld der DDR auch nur Waren aus der DDR kaufen oder maximal Produkte aus den sozialistischen Bruderländern, die Selbige nicht in den kapitalistischen Staaten für harte Devisen verkaufen konnten. Manches westliche Produkt aus der fernöstlichen Technikwelt der Unterhaltungselektronik fand seinen Weg tatsächlich in den Einzelhandel der Deutschen Demokratischen Republik.
Bezogen auf den wahrscheinlichen Prokopf-Bedarf und dem Wunsch vieler DDR-Bürger, Konsumartikel aus westlicher Produktion auch in der DDR gegen DDR-Währung erwerben zu können, waren Einkäufe des DDR-Handels im kapitalistischen Ausland jener Zeit wie die BRD oder eben Japan eine ebenso große Ausnahme wie Chance, einen aus Japan importierten Technikartikel ohne weiteres im Kaufhaus oder Rundfunkgeschäft kaufen zu können.
Nehmen wir als Beispiel die auch bei der DDR-Jugend sehr beliebten mobilen Audio-Kassetten-Abspieler, besser bekannt als Walkman, die in den 1980er Jahren als Kultur- und Statussymbol der Ost-Jugend genauso dazu gehörten wie bei der gleichen Altersgruppe aus dem Westen. Zwar erfüllte ein DDR-Produkt namens Tramp Ende der 1980er Jahre den Zweck eines Walkman mit eingebautem Radio, leider wie bei vielen Folgeprodukten nach westlichem Vorbild wesentlich zu spät. Der Anfang der 1980er beginnende Boom, per Walkman die musikalischen Errungenschaften zwischen Aerobic, Breakdance und Neuer Deutscher Welle mobil in bester Stereo-Qualität auf den Ohren zu haben, stand der Jugend des Ostens nur mit entsprechenden Westkontakten zur Verfügung. Die hatten aber die meisten nicht, was sicherlich auch eine Ursache für einen gewissen Frust bezüglich unerfüllter Konsumwünsche in der Bevölkerung war.
Umso größer war allerdings die Freude, wenn der DDR-Staat oder genauer dessen Handel zumindest einen Teil der Konsumenten ein wenig glücklicher machen wollte und für kostbare Devisen zum Beispiel eine kleine Anzahl japanischer Audio-Kassetten-Abspieler importierte. Zwar war ein Walkman dieser Art, der in westlichen Katalogen keine 100.- D-Mark kostete, auch im Einkauf für die DDR nicht wirklich so teuer, aber die Geräte sollten ja nicht gegen westliche D-Mark sondern nur gegen östliche DDR-Mark an die Bevölkerung verkauft werden. Das war zumindest die Basis für die Tatsache, keine allzu große Menge der japanischen Technik einzuführen und sekundär diese gegen einen beispiellos hohen Preis im Handel der DDR anzubieten. Mehr als das 10fache des regulären westlichen Preises waren bei Artikeln aus dem Bereich Technik keine Seltenheit.
Wer nun aber glaubt, dass diese Praxis die Konsumenten in der DDR abschrecken könnte, der irrt sich bei weitem. Ersten war das für den DDR-Verkauf verfügbare Kontingent entsprechender Waren meist so gering, dass Selbiges nur in ausgewählten Verkaufsstellen der Republik zum Angebot kam. Zweitens war zumindest bei den vielen westkontaktlosen Bürgern der DDR das Bedürfnis nach aktuellen Artikeln des westlichen Konsums so groß, dass exorbitante Preise jenseits von Gut und Böse bezogen auf den tatsächlichen Warenwert gerne gezahlt wurden. Im Gegenteil... langes Anstehen war nicht selten die Regel, um von den wenigen Objekten der Begierde trotz Super-Preis überhaupt eines der wenigen Exemplare zu bekommen.
Ein typisches Beispiel ist der Stereo Cassette Player M-G12 der japanischen Marke Sanyo. Der Walkman stand im Sommer 1984 in kleiner Stückzahl auch dem bekannten Centrum Warenhaus in Ost-Berlin zur Verfügung. Beliefert wurden zwar auch andere "Centrum Warenhäuser" in den großen Bezirksstädten der DDR wie Dresden oder Erfurt, die breite Masse der Rundfunk-Geschäfte im Rest der Republik ging jedoch entweder leer aus oder die wenigen Exemplare fanden unterhalb es Ladentisches ihre neuen Besitzer. Der Begriff "Bückware" erklärt diese gängige Praxis in der ehemaligen DDR in einem Wort.
Das Beispiel auf dem Bild zeigt einen Stereo Cassette Player M-G12 der Marke Sanyo, der für einen Preis von sage und schreibe 610.- Mark der DDR am 14.8. 1984 im Centrum Warenhaus in Berlin erworben wurde.
Konsum- und Exportartikel aus der DDR
Im Westen günstig, im Osten teuer - Uhren aus der DDR
Das die ehemalige DDR mit dem nicht-sozialistischen Ausland in Form der BRD oder anderen westlichen Ländern einen regen Handel betrieb, ist als grundlegend richtig zu bezeichnen. Welches Ausmaß und vor allem in welcher Vielfalt dies geschah, konnte der DDR-Bürger jener Zeit vor 1989 in den meisten Fällen jedoch nur erahnen.
Die Kollektion poppig-bunter Plastik-Uhren aus dem VEB Glashütter Uhrenbetriebe tauchte gegen Ende der 1980er Jahre neben der Hausmarke eines großen Versandhauses aus Fürth auch unter dem Namen der Firma Rexer aus Pforzheim im Einzelhandel der BRD auf. Während in der DDR die beliebte kleine Uhr in der Regel nur einfarbig oder in ausgewählten Geschäften mit bedrucktem Zifferblatt für 120.- Mark der DDR zu erwerben war, stand die Glashütter Damenuhr unter der Marke "Meister Anker" als bunte Export-Variante für 25.- D-Mark im Angebot. Auch im Einzelhandel Ende der 1980er Jahre waren jenes Uhren-Modell aus der DDR unter der Marke "Karex" (Karl Rexer) zu einem ähnlichen Preis zu finden. Als Karex-Junior beispielsweise für 26,50 DM setzte Glashütte bei den Export-Uhren eine Tradition des VEB Uhrenwerke Ruhla in Thüringen fort, die als Erfinder der "Wackel-Augen-Uhren" gelten und breits seit Ende der 70er aus Ruhla selbige Modell unter fremden Markennamen in alle Welt exportierten. Nur in der DDR stand auf allen Modellen immer Glashütte oder eben Ruhla auf den Zifferblättern, meist noch mit dem winzigen aber lesbaren Zusatz "Made in GDR". Bei den Export-Modellen war die ostdeutsche Herkunft in der Regel bei Verwendung der westlichen Handelsmarken wie "Meister Anker" oder auch "Karex" nicht zu erkennen. Auch die zur Uhr gehörenden Gebrauchshinweise oder Garantien gaben im Fall einer Reparatur stets einen Kontakt in der BRD an im Falle des Bedarfes.
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(Auszug aus einer Publikation zum Thema "Leben und Konsum in der DDR", Mike Burkhardt, 2012)
Kosmetik-Artikel aus der ehemaligen DDR
Von fresh bis apart - Markante Düfte aus der ehemaligen DDR
Das jede Zeit auch ihre ganz speziellen Düfte hat, ist ebenso war die Tatsache, dass in der ehemaligen DDR bei weitem nicht alles Grau in Grau war und der halbe Osten nur nach Leuna roch. Natürlich waren die Gebiete rund um jene Standorte der chemischen DDR-Industrie vor 1989 bekannt für den Ausstoß höchst aromatischer und zum Teil schleimhautreizender Düfte der unangenehmen Art. Die passenden Landschaften zum Duft wurden mit Tagebaugebieten und natürlich dem Anlegen von Lagerstätten für die Rückstände der Chemie gleich mit kreiert. Auch wenn in der Region rund um Bitterfeld der Dreck aus manchen Schloten der chemischen Industrie zwischen Merseburg und Halle im wahrsten Sinne des Wortes vom Himmel viel und der Erwerb eines Farbfilms bezogen auf den eingebauten Grauschleier in einigen Teilen der Region relativ sinnlos machte, sollte zumindest der zeitgemäße Duft der Kosmetik jener Tage den Stil des Zeit und den Geschmack des Volkes treffen.
Die allgemein verbreitete Ansicht heutiger Tage, dass es in der ehemaligen DDR nichts gab und wenn, dann nur in geringer Auswahl, ist bezogen auf die praktische Existenz entsprechender Konsumgüter schlicht und einfach falsch. Natürlich war die Welt der DDR-Bürger bei weitem nicht so bunt jene der anderen Deutschen aus dem Westen und sicherlich roch sie auch nicht so gut, nimmt man die Düfte in und aus den DDR-Intershops vergleichend als Maßstab. Betrachtet man die Welt der "Ostdeutschen Düfte" jedoch mal ganz eigenständig und rechnet das zeit-typische Bedürfnis vieler DDR-Bürger nach westlichem Flair mal weg, bleibt neben den interessanten Kompositionen auch eine gewisse Vielfalt an Produkten übrig, welche heute ein typischer Spiegel ihrer Zeit sind.
Das einzige Problem bei der Kreation eines Duftes ist neben dem richtigen Gespür der Parfüm-Designer auch das ausreichende Vorhandensein entsprechender Rohstoffe zur Herstellung eines massefähigen Produktes. Daran scheiterte es in der DDR in der Regel fast in allen Branchen. Viele beliebte und vom Volk gewünschten Artikel standen zwar zur Verfügung, aber bei weitem nicht deckend für den Bedarf.
In zweiter Hinsicht galten die meisten westlichen Artikel jener Gattung häufig als Maßstab, zumindest bei diesen Bürgern der DDR, welche die Möglichkeit zum Besitz jener Produkte hatten. Wer keine Möglichkeit dieser Art hatte, glaubte oft der farbenprächtigen Konsum-Werbung des Westens, das der richtige Duft für die moderne Frau oder Mann nur aus dem Westen kommen könnte.
Interessant ist, dass die typischen in der DDR beliebten West-Düfte besonders in den 1980er Jahren fast ohne Ausnahme die günstigen Marken-Produkte waren, die in westlichen Drogerien oder Märkten für wenige D-Mark zu haben waren. So kosteten die dem DDR-Bürger aus der westlichen Werbung gut bekannten Düfte in fast allen Fällen weniger als 10.- DM pro Artikel, manche unter 5.- DM. So gehörte der größte Teil beliebter Produkte in der Regel zu einer Artikel-Serie, die neben einem Deo-Spray auch als weiterer Kosmetikartikel wie Seife, Duschbad oder Eau de Cologne zu Verfügung stand. Namhafte exklusive und damit teure Produkte aus westlicher Produktion, welche in der Regel nur als Parfum im Handel waren, kommen kaum in den Erinnerungen befragter Personen vor, die in der jeweiligen Zeit der späten 1970er Jahre und der 1980er Jahre zur Gruppe der Jugendlichen, jungen Erwachsenen oder mittleren Alters gehörten.
Ein ganz besonderes Phänomen scheint jedoch die Tatsache zu sein, dass einige Düfte aus der DDR im Verlauf der Zeit wesentlich populärer geworden sind als zur Zeit ihrer realen Existenz. Auch wenn kaum ein Proband den einen oder anderen Duft heute noch persönlich verwenden würde, da Selbige nach Aussage nicht mehr zur aktuellen Zeit passen, erfahren die Kompositionen im Allgemeinen eine recht positive Bewertung. Hierbei ist der Faktor Nostalgie mit großer Wahrscheinlichkeit ausschlaggebend, da einige spezielle Düfte mehr oder weniger direkt mit den Erlebnissen der eigenen Jugend in Verbindung gebracht werden. Ein typisches Beispiel ist die "Florena Action Serie" ab Mitte der 1980er Jahre.
Aber auch die "Quartett-Serie" als Deospray von Florena oder die Deokomposition "Atoll" sind durchaus vielen ehemaligen DDR-Bürgern immer noch bekannt und werden als DDR-Produkt erkannt sowie aus heutiger Sicht als angenehm im Duft bewertet. Düfte wie die Deokomposition "Atoll" werden hierbei in einigen Fällen richtiger Weise einem besonderen Verkaufskonzept der ehemaligen DDR zugeordnet. In den sogenannten "Exquisit-Verkaufsstellen" der DDR, von denen es in den 1980er Jahren zumindest in den größeren Städten zum Teil mehrere gab, konnte der DDR Bürger neben einigen Waren aus der westlichen Produktion auch besonders hochwertige Konsumartikel aus DDR-Herstellung erwerben. Dies waren neben Genussmitteln oder Produkten der Bekleidungs-Branche natürlich auch Kosmetik-Artikel. Im Gegensatz zu den Intershop-Läden der DDR, wo der DDR-Bürger westliche Waren gegen westliche Währung kaufen konnte, war die Bezahlung in den Exquisit-Geschäften in DDR-Mark. Allerdings hatten die dort angebotenen Artikel im Verhältnis zu den Waren aus einem ganz normalen Geschäft ähnlicher Art einen erheblich höheren Preis, zum Teil ein Vielfaches. Während auf den normalen Produkten aus der DDR in der Regel der Verkaufspreis aufgedruckt war, galt dies bei den sogenannten Waren für den "Exquisit" nicht. Die Deokomposition "Atoll" in seinen Varianten hat beispielsweise keinen Aufdruck auf den Druckbehältern. Auch wir der Hersteller des Sprays nicht genannt oder zumindest der Abfüllbetrieb des Aerosols erwähnt, welcher in Form des "VEB Aerosol-Automat Karl-Marx-Stadt" in der Regel auf den Verpackungen stand. Nur der markante Hinweis auf der für DDR-Verhältnisse westlich anmutenden Gestaltung der Sprayflasche, das es sich hierbei um "Ein internationales Spitzenprodukt" handelt, lässt eindeutig die Zielgruppe der Konsumenten erkennen, die in den Verkaufsstellen des "Exquisit" das Geld für die durchaus berechtigte Spitzenqualität ausgeben wollte oder konnte.
Da es sich bei den Düften aus der ehemaligen DDR ebenso wie bei den gleichartigen Artikeln westlicher Produktion um modische Erscheinungen mit einer ganz bestimmten Verfallszeit handelt, lässt sich aus heutiger Sicht ein erkennbarer Ost-West-Unterschied nicht nachweisen. Entsprechende Versuche mit Probanden jüngerer Generationen zeigen Ablehnung und Zustimmung zu diversen Duftproben in einem ausgewogenen Verhältnis, bei dem Ost- und Westprodukte zumindest auf einer Linie liegen.

(Auszug aus einer Publikation zum Thema "Leben und Konsum in der DDR", Mike Burkhardt, 2012)
Beliebte Konsum-Artikel aus der ehemaligen DDR
Modellbahnträume aus der DDR im Maßstab 1:120
Es ist wohl das typische Leuchten in den Augen, das bei kleinen Jungs und großen Vätern der gleiche Indikator für Freude beim Anblick einer Modelleisenbahn ist. Hierbei spielte es auch keine Rolle, ob die schienengebundenen Fahrzeuge ihre Runden um einen ostdeutschen oder westdeutschen Christbaum drehten. Besonders in den 1970er bis 1980er Jahren standen Modelleisenbahnen relativ häufig auf den Wunschzetteln in der Vorweihnachtszeit, in der BRD genau wie in der ehemaligen DDR. Unterschiedlich waren neben der bevorzugten Spurgröße in Form von H0 im Westen und TT im Osten wie gewöhnlich die Beschaffbarkeit der beliebten Artikel. Was im Westen meist reichlich die Warenlager füllte, gehörte in der DDR häufig zur Kategorie Bückware. Das sind Konsum-Artikel, welche nicht jeder Kunde zu jeder Zeit einfach so kaufen konnte, da sich die wenigen frei verkäuflichen Exemplare eines Produkts nicht in den Regalen einer (DDR)Verkaufsstelle befanden, sondern "unterm Ladentisch" für einige ausgesuchte Kunden aus dem Bekanntenkreis des Verkäufers verstecken. Der Verkäufer musste sich also "bücken", um dem "bekannten Kunden" das Objekt der Begierde möglichst unauffällig zu verkaufen. Zu einem "Bekannten" des Verkäufers konnte übrigens jeder werden, der auch für den Verkäufer in irgendeiner Weise nützlich werden konnte, also schlecht beschaffbare Dinge jeglicher Art beschaffbar machte. Wer in der DDR ohne geeignete Tauschobjekte zum "Sichtbarmachen" diverser Bückwaren lebte, musste in der Regel wesentlich länger nach dem einen oder anderen Wunschartikel suchen. Dieses galt natürlich auch für die kleinen Modellbahnen "Made in GDR", die wie so vieles aus der DDR auch ein willkommener Devisenbringer waren. So kostete beispielsweise in den 1980er Jahren eine "TT-Zweizug-Packung mit Trafo" im Katalog eines großen westdeutschen Versandhauses 59,90 DM. Dafür bekam der DDR-Kunde noch nicht einmal eine Lok, geschweige denn ein ganzes Set.
Konsum-Artikel aus der ehemaligen DDR
Das beliebte Margonwasser aus Burkhardswalde
Das seine Idee zur Gründung eines Unternehmens, welches Mineralwasser schlicht und einfach nur in Flaschen oder andere geeignete Behältnisse abfüllt, bereits nach sehr kurzer Zeit von so großem Erfolg gekrönt ist, konnte Gottfried Moritz Gössel sicher nur erhoffen. Dass das seit 1903 aus einem Brunnen in Burkhardswalde in Sachsen gewonnen Wasser bereits ein Jahr später hoch prämiert und ab dato ein offizielles Getränk beim deutschen Hochadel und in Folge an dann zahlreichen Fürstenhäusern in Europa wurde, ist schon ein beachtlicher Augenmerk für ein Mineralwasser. Die zu jener Zeit weit verbreitete Bäderkultur...
Auch der Name Margon, dass altgriechische Wort für Perle, ist ein Volltreffer für die markante und sehr werbewirksame Bezeichnung eine Mineralwassers. Gössels Werbe-Slogan "Einzig in Europa!", basierend auf höchste Auszeichnungen des Mineralwasser im Jahre 1904, geben dem schnellen Erfolg durchaus die Berechtigung, das es sich beim "Margonwasser" um ein ganz besonders Heilwasser handeln muss.
Betrachtet man die allgemein für die Gesundheit begünstigende Wirkung von Mineralwasser, ist es bei Margonwasser wie mit anderen mineralienhaltigen Wassern. Der Inhalt oder besser gesagt, der Anteil der gesundheitsfördernden Stoffe machen die Wertigkeit. Die hierzu nötigen Minerale sind zumindest in ausreichender Quantität pro Liter enthalten.
Die heute vorgegeben Werte, ab wann ein Mineralwasser auch ein Heilwasser ist, erfüllte der Brunnen ins Burkhardswalde zwar bei weitem nicht, aber für ein gutes Mineralwasser mit einem angenehmen Geschmack reichten die enthaltenen Inhaltsstoffe vollkommen aus. Ein Vergleich zu gängigen Wassern der heutigen Zeit beschert dem Brunnen in Burkhardswalde zumindest einen guten Platz in der Hitliste der mehr oder weniger gehaltvollen Mineralwasser.
Während der DDR-Zeit gehörte Margonwasser (mit und ohne Geschmack) neben der Ost-Selters zu den am weitesten verbreiteten Getränken dieser Art. Beide Wasser wurden in zahlreichen Betrieben in der gesamten Republik abgefüllt, den sogenannten Getränke-Kombinaten. Neben den Einheitsflaschen sind die fast immer gleich oder zumindest gleich aussehenden Etiketten ein Markenzeichen für typische Produkte jener DDR. Im Gegensatz zur Selters, welches mehr das Dasein eines Gebrauchsmineralwasser
fristete, ist das zu DDR-Messen regelmäßig prämierte Margonwasser auf fast allen Getränkekarten der gehobenen Gastronomie zu finden. Das Telecafé im Berliner Fernsehturm führt die Geschmack-Variante für 1,35 Mark der DDR ebenso wie die Mitropa Schiffsgaststätten der "Weissen Flotte" auf Spree und Elbe. Hier standen im Idealfall neben den beiden geläufigen Grundsorten sogar je nach Angebot eine weitere Geschmacksrichtung aus dem Margon zu Verfügung, zum Beispiel Margon Crape-Fruit. Natürlich gab es auch Margon-Cola und das in den 1980er Jahren auch im Osten beliebte Ginger Ale wurde vom VEB Margon, Betriebsteil Burkhardswalde hergestellt. Allerdings war dieses exklusive Produkt ein so auf dem Etikett ausgewiesenes Interhotel-Markenerzeugnis und stand somit auch nicht in allen Bereichen des öffentlichen Konsums zu Verfügung.
Ost und West existierten auf vielen Speisekarten der gehobenen Gastronomie in der ehemaligen DDR oft nebeneinander ohne sichtbare Grenze. Nach drei Mal Margon als Tafelwasser, Grape oder Tonic ist nur der höhere Preis der westlichen Pepsi-Cola und ein kleines mit Bleistift gemachtes Kreuz an der Cola auffällig. Dieses bedeutete übrigens auf allen Speisekarten in der DDR, dass der angekreuzte Artikel im Moment nicht zu Verfügung steht. Manche Speisen- und Getränkekarte der ehemaligen DDR, die ein theoretisch größeres Angebot an beliebten Genussmitteln führte, war nicht selten auch ein Friedhof der Bleistiftkreuze. Der typische Satz ".. ist momentan aus" gehörte zum Kellner-Sprachgebrauch stets mit dazu, aber die meisten DDR-Bürger konnte sich eh denken, das es beim Eisbecher mit Ananas mit Sicherheit nicht am fehlenden Eis mangelte. Außerdem kostete dieser auf der Terrasse im Dresdener Hotel Bastei 3,55 Mark der DDR, das gemischte Eis ohne Ananas nur 90 Pfennig, mit Sahne 1,55 Mark.
Auf einer Referenzkarte aus den 1980er Jahren waren übrigens neben Ananas im Eis oder Sekt sowie der bereits erwähnten Pepsi Cola auch schottischer Whisky angekreuzt. Manchmal nützte also auch die exklusive Lage mitten in der Dresdener Prager Straße nichts, wenn die ostdeutsche Mangelwirtschaft für die Vielfalt der DDR-Gastronomie um ein weiteres Mal spürbar wurde.
Die kleine Flasche "Margonwasser" 0,33 Liter für EVP 0,19 Mark auf dem Bild oben wurde vermutlich irgendwann in den 1980er Jahren gekauft und bis heute nicht geöffnet. Zumindest schlummert sie bis 2011 auf einem Dresdner Dachboden, nur rund 20 Kilometer vom Abfüllort Burkhardswalde entfernt.

(Auszug aus einer Publikation zum Thema "Leben und Konsum in der DDR", Mike Burkhardt, 2011)
Das beliebte Apfel-Design der 1970er und 1980er Jahre
Kultiges Apfel-Design in der DDR der 1970er und 1980er Jahre
Natürlich könnte man ausschweifend über die Motive philosophieren, was den Apfel im Allgemeinen zu einem immer wieder beliebten Objekt im täglichen Gebrauch des Menschen macht. Dabei ist weniger der gesunde Vitaminspender aus dem Supermarkt in seinen vielen Sorten gemeint, sondern mehr das Objekt Apfel als Gebrauchsgegenstand der eher ungenießbaren Art.
Natürlich taucht der Apfel als gern gemalter Bestandteil in vielen Stillleben auf und ist somit schon ein häufiger auftretendes Kunstobjekt, aber zumindest Ende der 1970er und in den 1980er Jahren waren Äpfel in vielen Haushalten der ehemaligen DDR in sehr unterschiedlichen Varianten präsent. Der Duft als Seife, Schaumbad oder Deo Spray war in vielen Haushalten anzutreffen. Die rein chemische Frische galt populär und verbreitete ihren ganz eigenen Charme in Bad und WC. Billig war der grüne Apfelduft nicht auch für DDR-Verhältnisse nicht unbedingt. Während "Florena duft Schaumbad Apfelblüte" für solide 6,50 Mark der DDR in der Ost-Drogerie zu erwerben war und selbst das "Florena Deo-Spray Undine" mit 8,20 Mark der DDR noch relativ günstig war, kostete das Stück Seife "Florena Undine" 10.- DDR-Mark. Im Vergleich, andere DDR-Seifen wie "nautik" aus dem Konsum Seifenwerk Riesa kosteten 95 Pfennig. Da jedoch laut Aufdruck auf der Verpackung das kleine grüne nach Apfel duftende Stück Seife namens "Undine" aus dem VEB Chemisches Werk Miltitz / Betrieb Florena Waldheim-Döbeln ein Superluxusseife war, ist der Preis selbstverständlich gerechtfertigt. Diverser Luxus hatte eben oder gerade auch in der ehemaligen DDR seinen Preis.
Zwar hatten es die duftenden Seifen der DDR meistens etwas schwer gegenüber den vielen Düften der westlichen Konkurrenten. Wer konnte, ließ es natürlich auch in der DDR nach Fa, Irischem Frühling oder einer anderen populären West-Marke der 1970er und 80er Jahren duften. Kosmetische Produkte wie "Undine" oder andere Exquisit-Produkte "Made in GDR" konnten allerdings schon gegenüber Waren ähnlicher Art aus dem nicht-sozialistischen Ausland punkten. Nicht selten war dies bei den Düften eine relativ einmalige Komposition, die oft ohne geeigneten Vergleich im DDR-Handel war. Während die BRD der damaligen Zeit durchaus mehr als nur eine Apfel-Duft-Seife kannte, war "Undine" das kosmetische Synonym für Apfel an sich, zumindest als DDR-Seife und Deo-Spray.
Während die kosmetischen Äpfel aus der DDR selbst kamen, mussten die besonders in der 80er Jahren häufig anzutreffenden "Gebrauchsgegenständen im Apel-Design" entweder aus der BRD ihren Weg in den Osten finden, oder aber sie kamen im Rahmen des sozialistischen Warenaustausches aus der ČSSR. Kleine apfelförmige Dosen im typischen Orange der Firma "Združenej výroby Michalovce" gehörten zu den besonders beliebten Gebrauchs- und Schmuckgegenständen und standen in vielen DDR-Küchen.

(Auszug aus einer Publikation zum Thema "Leben und Konsum in der DDR", Mike Burkhardt, 2011)
Die Florena Action Serie aus der DDR
Florena Action - Ein Duft für die DDR-Jugend der 1980er Jahre
Kultverdächtig war der süßlich anmutende Duft aus dem VEB Florena bereits Mitte der 1980er Jahre, als das DDR-Produkt als Anwort auf die vielen westlichen Artikel ähnlicher Note auf den Ost-Markt kam und sich dort schnell zu einem relativ begehrten Produkt entwickelte. Natürlich strebte die Jugend der DDR in erster Linie nach den zu dieser Zeit modernen Düften, die fast ausschließlich aus der BRD kamen und somit für die breite Öffentlichkeit in der DDR nicht im regulären Warenerwerb verfügbar waren.
Das die Wünsche der Jugend nach modernen Produkten der Zeit auch in der rohstoffarmen DDR nicht ganz außer Acht gelassen werden sollten, wusste man in verantwortlichen Kreisen jener Tage natürlich auch in Ost-Deutschland. Es galt also, ein kosmetisches Produkt zu entwickeln, welches den Zeitgeist der Disco-Generation trifft und mit möglichst verfügbaren Rohstoffen herstellbar ist, ohne den Einkauf von teuren Rohstoffen aus dem Westen zu erfordern. Da dies grob gesehen gelingen konnte, galt es nur noch einen geeigneten Namen für das Kind zu finden, der einprägsam ist und nach Möglichkeit in den aktuellen Jargon (Umgangssprache) der damaligen Jugend passt. Zumindest sollte das Produkt sich komplett von anderen Florena-Artikeln markant unterscheiden, was in der jungen Generation durchaus als Kaufargument gesehen wurde. Selbige waren allerdings nur mit einer entsprechenden Verpackung anzulocken, die nicht all zu sehr den reduzierenden Bedingungen des DDR-Rohstoffmangels zum Opfer gefallen war.
Cremetöne inklusive der Farbe Rosa galten zumindest bei der Pop-Musik mögenden Generation aus den 1980er Jahren durchaus als akzeptable Farbe. Mut zur Farbe war allgemein eher unproblematisch und bei den entsprechenden Outfits zumindest als Kontrast häufig anzutreffen. Aber auch die zeittypische Klassiker wie Jeans in speziellen Waschungen oder Lederwaren waren chic und bei entsprechender Kombination für den stylischen Aufritt in der Disco oder Nachtbar ein Muss. Linien sind bildbestimmend und glitzernde Metallic-Effekte gehören ebenfalls dazu.
Das scheinbar schlichte Design der Verpackungen der "Florena Action Serie" entpuppt sich bei genauer Betrachtung sehr schnell als rohstoffsparendes Outfit eines Gebrauchsartikels und gleichzeit als exakter Spiegel der Ost-Jugend-Kultur in den 1980er Jahren. Zwar entsprach das Wort Action nicht unbedingt den politisch gewollten Slang-Wünschen ostdeutscher Regierungskreise, aber das markante Schlagwort für Dynamik und Bewegung als deutsches Wort "Aktion" aufzudrucken, hätte dem Bild einer modernen DDR mit Sicherheit mehr geschadet und die DDR-Jugend kaum zum kaufen animiert.
(mehr in Kürze)

(Auszug aus einer Publikation zum Thema "Leben und Konsum in der DDR", Mike Burkhardt, 2011)
Wissenswertes aus der Geschichte der DDR-Gastronomie
Speisekarte aus dem Hotel Stadt Eisenach wieder in Eisenach
Das auch in der Wartburgstadt Eisenach nicht alles die Zeit überdauert, ist ebenso wahr wie in anderen Städten auch. So manches altes Gebäude hatte selbst zu Zeiten der DDR bessere Zeiten gesehen als die der Heutigen. Historische Gemäuer haben leider nur wenig Bewegungsfreiheit, um dem Verfall zu entkommen, der durch knappe Kassen moderner Tage wenig Platz für gastronomische Nostalgie längst vergangener Tage hat. Auch das Ende des 19. Jahrhundert entstandene "Kurhaus Hotel Fürstenhof" überstand zwar noch die Mangelwirtschaft einer ehemaligen DDR als "Hotel Stadt Eisenach", aber der von Vielen erhoffte Aufschwung nach dem Jahr 1989 brachte dem altehrwürdigen Gebäude wie so vielen Liegenschaften aus DDR-Zeiten zumindest gastronomisch das betriebliche Ende.
Besser erging es da einer originalen DDR-Speisekarte aus Ende der 1970er Jahre, welche nach langem Aufenthalt bei einem Sammler aus Altenburg ihren Weg zurück in die Wartburgstadt fand. Hier soll das sehr gut erhaltene Exemplar neben andern Artikeln nun der historischen Konsumforschung dienen und Aufschluss über die kulinarischen Genüsse jener Zeit geben.
Neben den typischen Gerichten jener Tage wie dem Schweinesteak "Zigeuner Art" mit Salatteller und Lyoner Kartoffeln für 6.- Mark der DDR oder "Feines Würzfleisch überbacken mit Zitrone und Toast" für 2,85 Mark der DDR stand selbstverständlich auch der Klassiker "Thüringer Sauerbraten mit Apfelrotkraut und Klößen" für unglaubliche 4,50 Mark der DDR auf der Tageskarte.
Übrigens: Bürger der BRD tauschten bei einem Besuch in der DDR zu dieser Zeit offiziell zu einem Wechselkurs von 1 zu 2 die harte D-Mark gegen Mark der DDR ein. Da kostete der Sauerbraten dann nur noch 2,25 Mark der DDR. Inoffiziell begünstig durch das Bedürfnis vieler DDR-Bürger nach westlicher Währung waren auf dem Schwarzmarkt Tauschkurse bis zu 1 zu 7 möglich, so dass so mancher echte Thüringer Sauerbraten für ganze 65 Pfennig in bundesdeutschen Mägen landete. So war es also für die nicht bei jedem DDR-Bürger vorhanden Westverwandten kein allzu großes Problem, bei einem Besuch beim östlichen Teil der Familie die Selbige nobel zum Essen einzuladen und die Rechnung bequem aus der Portokasse zu begleichen.
Interessant an diesem Zeitdokument ist neben dem kulinarischen Inhalt eine Information, die auf das Ausbildungswesen der ehemaligen DDR hinweist. Im Kopf der Karte weist ein kurzer Satz darauf hin, dass die Herstellung als auch das richtige Servieren der angebotenen Gerichte zur "Komplexprüfung der Lehrlinge des II. Lehrjahres" gehört. Ob der Azubi zum Flammbieren der zweit teuersten Gerichtes "Rehsteak mit Preißelbeeren flambiert, mit Salatteller und Mandelkroketten" für 9,35 Mark der DDR ganz ohne den Lehrmeister bei Tisch feuerwerken durfte, ist nicht überliefert, aber durchaus möglich. Nur die ebenfalls mit Mandelkroketten servierten "Filetspitzen Stroganoff" waren mit 9,90 Mark der DDR am teuersten.
Die eigentliche Speisekarte selbst ist ein mit einer Schreibmaschine beschriebener Einleger, der blanco nur eine leere Karte mit Rahmen und Logo des "Hotel Stadt Eisenach" ist in farblicher Abstimmung mit einer Klappkarte, welche je nach Bedarf verschieden Angebote an Speisen und Getränken enthalten konnte. Ein genaues Datum gibt der Einleger nicht an, nur dass es sich um die Tageskarte handelt und die Preisstufe III. Weiterhin ist eine mögliche Referenznummer im Kopf des Einlegers aufgedruckt, die ein Datum beinhalten könnte, was auf die Zeit Ende der 1970er Jahre hindeutet. Die angebotenen Speisen lassen sich aber durchaus auch in die 1980er Jahre einordnen. Möglicherweise können hierfür noch Zeitzeugen gefunden werden, die darüber Auskunft gegeben können.

(Auszug aus einer Publikation zum Thema "Leben und Konsum in der DDR", Mike Burkhardt, 2011)
Elektronische Musikinstrumente der 1970er und 1980er Jahre aus Ost und West
Das JVC Stereo Keyboard KB 700
Als ab 1983 das JVC Stereo Keyboard KB 700 den westlichen Markt für Musikinstrumente eroberte, ist man in der damaligen DDR noch dabei, über die mögliche Produktion eines vergleichbaren Produktes nachzudenken. Erst 1987 wird das Vermona Stereo Keyboard SK 86 in die Serienproduktion kommen. Während JVC im Verlauf seiner Entwicklung der KB-Serie das Keyboard in 7 Varianten anbieten wird, bleibt es bei Vermona bei einem einzigen Modell, welches bis zur Wende 1989 produziert und somit auch das einzige Stereo Keyboard bleiben, welches jemals in der DDR hergestellt wurde.
Aber auch für JVC wird die Produktion der Stereo Keyboards in den 1980er Jahren einmalig bleiben. Es gab allerdings, ebenfalls bis in die 1980er Jahren, auch eine Kollektion an Heimorgeln von JVC, die unter dem Namen Victron Organ im westlichen Handel zu erwerben waren. Die stellte JVC bereits seit 1958 her. Keyboards wie die der KB-Serie gab es nur in den 1980er Jahren.
Bedingt durch die Mangelwirtschaft der ehemaligen DDR, war das östliche SK 86 nicht nur wesentlich zu spät auf dem Alleinunterhalter-Markt angekommen. Auch die technischen Möglichkeiten waren beim DDR-Keyboard nicht annähernd auf dem auch von DDR-Musikern gewünschten Standard angekommen, der in der damaligen Tanz- und Unterhaltungsmusik Pflicht war. Während das JVC KB 700 genau den typischen Sound der damaligen Zeit erzeugen konnte, überzeugten die Sounds des Vermona SK 86 zunächst nicht. Erst wesentlich später wird sich das DDR-Keyboard zu einem Instrument mit eigener Klasse entwickeln. Durch die Tatsache, dass das Vermona SK 86 auch in vielen kleinen Veranstaltungen zumindest in der ehemaligen DDR zum Einsatz kam, war sein typischer Sound durchaus bekannt. Zwar herrschte bei den meisten DDR-Musikern bis zum Ende der DDR 1989 vorwiegend der Wunsch, auch auf westlichen Instrumenten spielen zu können. Allerdings hatten nur die wenigsten Musiker geeignete Möglichkeiten, Selbige auch erwerben zu können.
Zwar musste man für das Vermona SK 86 einen Preis von ungefähr 4500.- Mark der DDR zahlen, aber die westlichen Keyboards der Oberklasse wie zum Beispiel das JVC KB 700 bewegten sich ebenfalls im vierstelligen Bereich, allerdings in harter D-Mark. Soviel Westgeld hatte kaum ein normaler DDR-Musiker übrig und im Handel der DDR war das SK 86 nicht ohne Weiteres zu bekommen, geschweige denn ein Keyboard von JVC oder einem der anderen namhaften Marken-Herstellern Made in Japan.

Auszug aus einer noch nicht veröffentlichten Publikation "Elektronische Musikinstrumente der 1970er und 1980er Jahre aus Ost und West", Autor: Mike Burkhardt, Alle Inhalte der Texte sind geschützt.
Wissenswertes aus der Geschichte
Das Plaste-Design der 70er/80er war auch in der DDR beliebt
Richtig, der DDR-Bürger benutzte für Artikel aus Plastik den Begriff Plaste. Das identifizierte zumindest den Umgangssprachler als Bewohner der Deutschen Demokratischen Republik, außerdem klingt Plaste als Wort mit leicht sächsischem Dialekt viel schöner. Plaste-Schale, Plaste-Löffel, alles Mögliche war und ist aus. Der Begriff Plaste ist keine besondere Spracherfindung der DDR, um sich vom Jargon der BRD zu unterscheiden. Kunststoffe alias Polymere wurden in der ehemaligen DDR im "VEB Chemische Werke Buna" in Schkopau unter dem Slogan "Plaste und Elaste aus Schkopau" hergestellt.
Das sich formbare Polymere neben anderen Verwendungen auch besonders gut zur Herstellung von Gehäusen für technische Konsum-Artikel eignen, war der damaligen Ost- als auch der West-Industrie bekannt. Letztere war aufgrund der besseren Verfügbarkeit entsprechender Rohstoffe zum Teil in der günstigeren Lage, den einen oder anderen Artikel entsprechend der aktuellen Mode in Ausführung und Form zu produzieren. Doch nicht nur das Design diverser westlicher "Plaste-Geräte" empfanden die meisten DDR-Bürger häufig ansprechender als Selbiges von heimischen Produkten. Auch der günstigere Preis, entsprechend umgerechnet von D-Mark in Mark der DDR, war in der Regel ein Pluspunkt gerade für Katalog-Ware der damaligen BRD.
Besonders in den 1970er Jahren beliebte elektronische Digitalweckuhren mit den rot-leuchtenden sind noch bis weit in die 1980er Jahre in namhaften Versandhaus-Katalogen der Bundesrepublik zu finden. Für gerade mal 29,95 DM konnte der Bundesbürger zum Beispiel einen Modell Meister-Anker aus dem Quelle-Katalog um 1982/83/84 erwerben (siehe Foto). In der DDR gestaltete sich der Erwerb eines solchen Produktes unter Umständen durchaus etwas schwieriger. Zwar stellte die ehemalige DDR, wenn nicht sogar Dieses, ebenfalls Produkte dieser Art her. Selbige waren aber nicht stetig verfügbar und gehörte wie so viele andere Konsum-Artikel zur Kategorie der Mangelware. So manche DDR-Uhr aus Ruhla, Glashütte oder Weimar fand zwecks Devisenbeschaffung schneller ihren Weg in die Kataloge der westdeutschen Versandhäuser als in die Haushalte der DDR-Bürger. Schicke Uhren aus Ruhla oder Glashütte bekamen ausschließlich nur ein anders Marken-Logo, um Beispiel Meister-Anker, und schon stand dem repräsentativen Auftritt im Quelle-Katalog der 1970/80er nicht mehr im Wege. Natürlich ist es schon mal vorgekommen, dass das sogenannte Export-Modell in der Gestaltung etwas aufwendiger war als der baugleiche Artikel für das DDR-Uhrengeschäft. In jedem Fall war es im Katalog-Erwerb für den damaligen Bundesbürger spürbar günstiger.
Heute stellen Konsum-Produkte dieser Art nicht nur bemerkenswerte Sammelobjekte für Freunde alter Uhren dar. Gerade für vergleichende geschichtliche Forschung, die sich mit den Gegebenheiten des Konsums in der ehemaligen DDR und BRD beschäftigt, gehören all diese Artikel zu den vielen kleinen Bausteinen, welche die Bedürfnisse und realen Möglichkeiten zu jener Zeit anschaulich erklären.

(Auszug aus einer Publikation zum Thema "Leben und Konsum in der DDR", Mike Burkhardt, 2011)
Beliebte Konsum-Artikel aus der DDR
Und Action... - ein Kult-Produkt aus den 80er Jahren der DDR
Natürlich standen gerade im Bereich der Kosmetik die großen Marken-Produkte aus dem Westen ganz oben auf der Wunschliste der meisten DDR-Bürger, wenn es um den richtigen Duft der jeweiligen Zeit ging. Speziell die 1980er Jahre und die stetig mehr Richtung Westen blickende neue Generation der ehemaligen DDR sind ein schönes Beispiel, welchen Einfluss selbst einfache Produkte wie ein Deo-Spray oder andere Kosmetik- und Drogerieartikel haben können, wenn sie nicht wie in unserer der heutigen Zeit immer und fast überall zu Verfügung stehen. Wer in der Zeit vor 1989 Verwandte oder Bekannte in der BRD hatte, konnte sich zumindest mit dem einen oder anderen Produkt der TV-Werbung aus dem West-Fernsehen versorgen lassen oder Selbiges in einem der vielen Intershops der DDR gegen harte Währung erwerben. Aber nicht jeder hatte diese Möglichkeiten und der Bürger ohne die so wichtigen West-Kontakte wollte ja schließlich auch modisch und im Trend der Zeit im modernen Duft am Aufbau des Sozialismus beteiligt sein. Und das war durchaus möglich.
Viele Kosmetik-Artikel aus der ehemaligen DDR waren schon während der Zeit ihrer aktiven Produktion um einiges besser als ihr Ruf. Dieser kam meist auch nur dadurch zustande, da viele Waren dieser Art vom eigentlichen Produkt bis hin zur Verpackung ein Opfer der DDR-Mangelwirtschaft wurden. Konnte der Westen von den Rohstoffen bis zur Verpackung aus den Vollen schöpfen, musst die DDR schon auf vieles verzichten bei der Herstellung von Konsum-Artikeln. Aber manchmal musste das Produkt ja gar nicht unbedingt in einer typisch westlichen Glitzer-Verpackung stecken und war trotzdem ein sehr beliebtes Produkt. Eines davon war die "Florena Action Serie" aus den 1980er Jahren der DDR.
Neben den vielen markanten Düften "Made in West-Germany" gehört die Kosmetik-Serie "Action" aus dem VEB Betrieb Florena Waldheim-Döbeln zu den meistverkauften Produkten dieser Art besonders bei der jüngeren Generation. Neben Seife, Haarspray oder Lippenstift gehörte auch ein Deo-Spray mit zur Palette, dessen Duft in seiner Eigenheit mit keinem anderen Produkt jener Zeit zu vergleichen war, ob Ost oder West. Der leicht süßliche und absolut zeit-typische Duft von "Action" traf neben den markant herben Noten voll und ganz den aktuellen Modetrend in den 1980er Jahren... ► Klick hier

(Auszug aus einer Publikation zum Thema "Leben und Konsum in der DDR", Mike Burkhardt, 2011)
Wissenswertes rund um DDR
Jugend in der DDR - Geschichte und Geschichten
Es war ein sehr sonniger Tag, als die 9b der Goethe-Oberschule aus Oelsnitz im Vogtland nach einem Bildungsmarathon zwischen "Neue Wache" und "Brandenburger Tor" an einer der Stellen angekommen ist, wo der "Kalte Krieg" angeblich eine seiner kältesten Stellen gehabt haben soll. So zumindest hatte es im Staatbürgerkunde-Unterricht geklungen, als Frau Beyer zum allgemeinen Rundumschlag gegen den Kapitalismus der BRD als auch der ganzen westlichen Welt ausholte. Es gab wohl an keiner Schule im ganzen Erzgebirge eine Lehrkraft, die den sozialitischen Bildungsauftrag der DDR so personifizierte und trotzdem eine "dufte Lehrerin" war. Wer Bärbel Beyer kennenlernte, ohne zu wissen, was ihr Job ist, wäre im Leben nicht darauf gekommen, mit wem er es hier zu tun hat. Somit dürfte auch klar sein, das die 9b ideologisch bestens vorbereitet ist, als die Schüler einen ersten Blick auf das "Brandenburger Tor" werfen, hinter dem aus Ostberliner Sicht der "Antifaschistische Schutzwall" verläuft. Viel zu sehen ist nicht, also von der Grenze zwischen Ost- und West-Berlin. Nur ziemlich klein hinter den Tor ist eine "Mauer" zu sehen, die keiner der Schüler bis dato so nahe gesehen hat. Nur aus Büchern und natürlich dem Stabü-Unterrricht ist den Schülern das längste und sicherste Bauwerk der DDR bekannt. Peter ist nicht ganz wohl, als der gekonnt aus der Hüfte ein Foto mit seiner Beirette macht, den sowohl Frau Beyer in der Schule als auch diverse Schilder vor Ort weisen darauf hin, das Fotografieren an dieser Stelle verboten ist. Aber Peter als Mitglied der AG "Junge Fotografen" ist geübt im fotografieren und so wird der Schnappschuss ins Blaue ein absoluter Volltreffer. Rund die Hälfte der 9b, Frau Beyer und der Klassenlehrer, das Brandenburger Tor und die dahinter gut erkennbare Grenze haben auf dem Foto einen Platz gefunden. Auch wenn es scheinbar niemand bemerkt hat, dass Peter soeben ein sehr wertvolles Zeitzeugnis hergestellt hat, wagt dieser jedoch keinen zweiten Versuch für eine Aufnahme. Damals hatten Fotoapparate noch Filme als Innenleben und man konnte nicht gleich nachsehen, ob es was geworden ist mit dem Bild. Es war geworden, aber das wird Peter erst gut zwei Wochen später wissen, wenn die Foto-AG der Schule ihre Ausbeute an Bilder von der Klassenfahrt nach Berlin auf einem FDJ-Nachmittag präsentieren... ► Klick hier

(Auszug aus einer Publikation zum Thema "Leben und Konsum in der DDR", Mike Burkhardt, 2011)
Bildung und Wissen - Biologie (Mykologie)
Von Feuerschüpplingen und Klebrigen Hörnlingen
Es wird vermutet, dass Pilze seit mehr als 850 Millionen Jahre existieren (Menschen seit gerade mal rund 200.000 Jahren). Das ist natürlich eine Menge Zeit, eine unglaubliche Vielzahl an Formen und Farben zu entwickeln, die nicht nur heutige Pilzsammler faszinieren. Allein der vorsichtige Versuch, einen kleinen Überblick über die geheimnisvolle Welt der eukaryotische Lebewesen mit dem lateinischen Namen Fungi zu bekommen, die biologisch weder Tier noch Pflanze sind, lässt schnell die phantastische Vielfalt erkennen, die sich im für menschliche Blicke nicht selten im Verborgenen abspielt.
Zwar lässt sich im althochdeutschen "buliz" der Begriff Pilz erkennen, aber wer bei dieser Bezeichnung an schmackhafte Waldbewohner denkt, kennt gerade mal das Erscheinungsbild, was genau genommen nicht einmal der eigentliche Pilz ist. Selbiger befindet sich bei den meisten Waldpilzen unter der Erde oder im Holz von Bäumen und zeigt sich dem Menschen nur durch seine Fruchtkörper. Diese können bei entsprechender Kenntnis dann gesammelt und als Speisepilz verwendet werden.
Bekannt sind heute ungefähr 100.000 Pilzarten. Dass es allerdings weitaus mehr gibt, ist wahrscheinlich und lässt sich allein beim Betrachten der Systematik der Pilze erahnen. Wer da also meint, dass es Pilze nur im Wald gibt, wird beim genauen Hinsehen schnell erkennen, dass die Systematik Pilz nicht ohne Grund neben den Tieren und Pflanzen eine eigenständiges Reich ist.
► Calocera viscosa - Der Klebrige Hörnling
► www.biobotanik.de

(Bildung-und-Wissen.com, Mike Burkhardt, 2011)
Rückblende in die Geschichte
Geschichte wird immer von Menschen gemacht
Es sind nicht nur die berühmten Einzelpersonen, die wir aus Geschichtbüchern kennen und welche in ihrer Zeit durch das Erbringen bemerkenswerter Leistungen Geschichte geschrieben haben. Allein die Zahl derer, die sich einfach nur zu mannigfaltigen Themen in Verbänden und Vereinen engagieren, ist ungleich höher als die Gruppe historisch prominenter Zeitgenossen. Diese Tatsache wird gerne mal übersehen, denn wer kennt schon Herrn"X" aus dem Verein "Y", welcher sich mit dem historischen Thema "Z" beschäftigt. Ok... von "Z" hat man vielleicht schon mal was gehört und der Verein "Y" ist möglicherweise auch noch ein Begriff aus der "schon mal gehört" Kategorie. Aber spätestens bei Herrn "X" ist Schluß mit der gehobenen Allgemeinbildung. Verständlich, den allein in der Masse von "Y", die sich mit "Z" beschäftigt, sind so viele "X" enthalten, das deren Gesamtzahl zumindest für ein menschliches Gehirn eher weniger zu merken ist. Nimmt man als Grundlage, das ich nur schon der Wert von "Y" im 6-stelligen Bereich (594.277 eingetragene Vereine in Deutschland) befindet, ist rund jeder siebente Bundesbürger von 1000 gesellschaftlich aktiv. Die kann man nicht alle kennen.
Dich gerade in Vereinen wie als Beispiel der Sommergewinn in Eisenach wird Geschichte in Form von Brauchtum und dessen historische Ursprünge aktiv am Leben erhalten...
Bildung und Wissen
Von Linien und Dreiecken - So sehen wir unsere Umwelt
von Mike Burkhardt

Obwohl eigentlich nichts in unserer natürlichen Umwelt (nicht die vom Menschen erschaffene) wirklich gerade ist, erkennen unsere Augen geometrische Abbildungen, die in erster Linie aus Linien bestehen. Dabei beschränkt sich das primäre Erkennen auf besagte Linien an sich und sekundär auf aus den Linien resultierende Dreiecke. Wie ein "Scanner" tastet unser Blick teilweise im Bruchteil von Sekunden die im Sichtbereich liegende Bildfläche ab und schickt die Information an das Sehzentrum im Gehirn.
Auch wenn wir runde Formen wie einen Ball an seiner Form schnell und einfach erkennen, erfassen die Augen das Objekt jedoch nicht, indem sie die runde Form des Balles nachzeichnen, sondern mit mehr oder weniger großer Geschwindigkeit aus Strahlenbasis. Hierbei ist das Auge der Ausgangspunkt des Sehstrahls und das jeweilige Objekt (zum Beispiel ein Ball) der Zielpunkt der Gerade zwischen Auge und Objekt. Diese vollkommen geradlinige Blickachse erfasst hierbei mehr oder weniger nur einen Punkt des Bildes, das wir sehen. Eine aus Muskeln besehende "Mechanik" bewegt die Augen vertikal, horizontal und in alle daraus resultierenden Zwischenstufen, wodurch wir zahlreiche Endpunkte in der vom Auge ausgehenden Blickachse in kurzer Zeit erfassen können. Diese verarbeitet das Gehirn in eben so hoher Geschwindigkeit zu einem sinnvollen Bild. Obwohl unser Auge im Regelfall den bereits erwähnten Ball in Linien kreuz und quer abtastet und dabei eher selten der kreisförmigen.
Geometrisch gesehen, ist der Blick ein Strahl, der eine unterschiedlich entfernte Fläche linienförmig abtastet.
Auch wenn das Auge scheinbar in der Lage ist, dem analogen Verlauf einer Bewegung (zum Beispiel dem Rollen eines Balls) in einem Vorgang nahtlos zu folgen, besteht das eigentliche Erfassen des jeweiligen Blickpunktes aus vielen unterschiedlich großen Fixierungen, deren aneinander gereihter Verlauf aus entsprechend vielen Geraden besteht. Bewegt sich ein Körper, sucht sich das Auge am Objekt einen Fixpunkt und folgt ihm. Als Effekt erscheint uns, als ob der Blick der Bahn des Körpers folgt und zwar in einem geleichmäßigen Verlauf. In Abhängig von einer variierenden individuellen Reaktionsgeschwindigkeit bei einem stetig erneuten "anpeilen" des gewählten Fixpunktes am Objekt bildet der zurückgelegte Sichtweg zum Teil erhebliche Wege in Form von Linien, die rein geometrisch gesehen allesamt Geraden oder exakt gesagt Strecken sind.
Aber liegt in diesen Sachverhalten auch die Theorie begründet, warum relativ viele Menschen Bilder mit einem ausgewogenem Linienverhältnis als besonders angenehm empfinden, ohne das Selbige auf den ersten Blick offensichtlich als Linien zu erkennen sind? Ist allein die Tatsache, das der Mensch mit seinen Augen nicht "im Kreis schauen kann", dafür verantwortlich, das selbst runde Gegenstände und Objekte in erster Linie durch ihre "Linienführung" bewertet werden?
Das scheint durchaus richtig zu sein, den selbst aus einem Chaos an unterschiedlichen Linien auf einem Foto sortiert das menschliche Gehirn beim Betrachten der Aufnahme oft sinnvolle Figuren in Form von Dreiecken, die allerdings in der Regel nicht als diese direkt erkannt werden. Es ist die bereits erwähnte Linienführung auf dem Bild, die beim Verbinden ihrer Eckpunkte einfache geometrische Figuren bildet. Dabei ist das Dreieck mit Abstand die häufigste Erscheinung, die beim "optischen Sortieren" der Inhalte eines Bildes vom Gehirn als Orientierung verwendet werden. Werden beim Betrachten keine typischen Linien und die daraus resultierenden möglichen Polygone gefunden, erscheint die Betrachtung häufig als anstrengend, da das Ganze ähnlich wie ein verdrehtes Wollknäuels ohne richtigen Anfang oder Ende wirkt. Da jedoch die fehlenden optisch "angenehmen Linien" auf Bildern in der Regel nicht direkt als diese erkannt werden, werden die Meisten wohl nur feststellen, dass dem Foto trotz gut gemeintem Inhalt möglicherwiese irgendwie das gewisse Etwas fehlt.
Aber wie funktioniert das mit diesen geheimnisvollen Linien. Davon in Kürze mehr...

ACHTUNG - Hier wird Geschichte gesucht und Sie können helfen
Zeitzeugen gesucht !!!
Egal ob in alten Zigarrenkisten oder versteckt auf dem Speicher. In vielen Haushalten schlummern in der einen oder anderen Ecke über die Jahrzehnte aufgehobene und einfach vergessenes Schätze, die möglicherwiese durchaus interessante Zeugen der Zeit sind, aus der sie stammen. Gegenstände aus allen Bereichen der menschlichen Kultur geben Auskunft über das, was unser Leben im Laufe der Jahre begleitet hat. Allerdings gibt es zur Bestimmung der Lebensart einer bestimmten Zeit viele typische Merkmale in Form von Gegenständen, die zwar auch in anderen Zeitspannen vorkommen, aber dann in einem anderen Erscheinungsbild. Es sind die Gegenstände des Alltags, die wir alle mal irgendwann vor Jahren benutzt haben, eine Zeit lang gebrauchten und dann einfach gegen neue Alltagsgegenstände ausgetauscht haben.

Requirere et invenire - Nachforschen und entdecken:
Für das Archiv von "Geschichte-entdecken.com" werden aktuell zu folgenden Zeiträumen Gegenstände des Alltags als Baustein für eine wissenschaftliche Arbeit gesucht.
Gegenstände der 1970er und 1980er Jahren:
Uhren (analog und digital, typische Modelle der 70er)
Schmuck (typische Gegenstände der Zeit)
Technik (Heim-Elektronik, typische Gegenstände der Zeit)
Pflegemittel (Kosmetik aller Art, Seife, typische Produkte der Zeit)
Gesucht werden ausschließlich Originale aus der jeweiligen Zeit, keine Retro-Produkte von heute!
Speziell der Zeitraum Ende der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre sind hierbei besonders interessant.

Sie haben noch alte Restbestände, die sie nicht mehr selber benötigen? Dann melden Sie sich doch einfach mal. Ihre Schätze der Vergangenheit kommen in allerbeste Gesellschaft bereits vorhandener Objekte der jeweiligen Zeit und werden Bestandteil einer historischen Sammlung. Schicken Sie eine kurze Beschreibung des Gegenstands nach Möglichkeit mit einem Bild an folgende Mail-Adresse:
Email: zeitzeugen@geschichte-entdecken.com
DDR-Geschichte
Der Duft, der aus dem Westen kam
Das Einzige, was in einem DDR-Intershop für devisenfreie Bürger der ehemaligen DDR ganz umsonst zu haben war, war dieser faszinierende Duft, welcher dem staunenden Publikum in der "Konsum-Botschaft des Goldenen Westens" bereits beim Betreten der Verkaufsstelle unwillkürlich in die Nase stieg. Mitten im Sozialismus auf wenige Quadratmeter begrenzt sorgt allein der Wohlgeruch namhafter Produkte, die der Ost-Bürger fast alle aus der westlichen Fernsehwerbung kennt, für eine längere Verweildauer als in jedem anderen Geschäft der Republik, ohne dabei gezielt etwas kaufen zu wollen. Allein das allgemeine Bestaunen der vielen schönen Sachen, die man sich ohne ausreichenden Besitz westlicher Währung gar nicht leisten konnte, sorgte in so manchem Intershop für mehr Zuschauer als Einkäufer.
Richtigerweise muss gesagt werden, dass natürlich das Betrachten der Auslagen und Regale gefüllt mit Technik, Uhren und Schmuck, Bekleidung oder Kosmetik und Drogerie-Artikel auch kostenfrei war. Letztere allerdings sorgten für das spezielle geheimnisvolle Bouquet, welches auf keines der Duftstoffe verbreitenden Waren speziell zurückzuführen war.
Ein "gutes Stück Seife" zwischen die Wäsche im Schrank zu legen sorgte in so manchem Haushalt der ehemaligen DDR dafür, das besagte Wäsche zwar östlich gereinigt war aber zumindest westlich roch. Wer sich natürlich den Luxus eigens im Intershop erworbener oder aber von der Westverwandtschaft mitgebrachter Waschmittel leisten konnte, konnte auf diese weit verbreitete Form des Parfümierens der Garderobe verzichten. Das ein Stück West-Seife seiner eigentlichen Bestimmung zukam, als Mittel zur Reinigung der Hände zu dienen, war zumindest in der ehemaligen DDR erheblich seltener der Fall als vergleichsweise in der Bundesrepublik vor 1989.
■ Eine weiterführende Studie zu diesem Thema erscheint in Kürze auf diesen Seiten und wird mehr Auskunft geben über Interessantes und Wissenswertes aus der ehemaligen DDR.
Geschichte im Überblick
Das Wissen zur Geschichte und seine Quellen
Es ist durchaus erlaubt, einem Historiker die einfache wie simple Frage zu stellen, woher er das alles über die Dinge aus längst vergangenen Zeiten alles weiß. Dabei gewesen ist rein technisch bedingt wohl keiner und das Zeitreisen in die Vergangenheit ist auch noch nicht erfunden. Woher stammt also das ganze Wissen, das "memoriae tradere" anschaulich der Nachwelt überliefert wurde.
Im Wesentlichen unterscheiden sich die Quellen der Geschichte in zwei Formen:
  • Traditionsquellen
  • Überrestquellen

Die Begriffe selbst erklären sich recht einfach. Unter Traditionsquellen versteht man als das, was echte und scheinbare Zeugen der jeweiligen Zeit aufgeschrieben haben. Allerdings sind solche Dokumente von Menschen gemacht und müssen nicht prinzipiell die tatsächlichen Geschehnisse vergangenener Jahrhunderter wiedergeben. Subjektive Einschätzungen der Geschichtsschreiber können durchaus den tatsächlichen Werdegang einer historischen Handlung verfälschen und in einem nicht-objektiven Licht darstellen. Geschichtsschreiber sind zumindest in der Vergangenheit nicht in jedem Fall die unparteiischen Schiedsrichter bei den Aufzeichnungen der "Spiele der Welt" gewesen, sodass die eine oder andere Färbung der Ereignisse sehr wohl möglich ist.
Bei den Überrestquellen erklärt bereits der Name, um was es sich hierbei handeln könnte. Jede Zeit hinterlässt mehr oder weniger viel, diverse Überreste, die einen durchaus relevanten Aufschluss auf die Vorgänge vergangener Jahrhunderte oder gar Jahrtausende geben. Münze, Werkzeuge, Urkunden oder Gegenstände aus dem Alltag der Menschen erlauben einen recht genauen Einblick in das Leben der jeweiligen Epochen. Erhalten Bauwerke oder deren Reste zeugen bis in unsere heutige Zeit von der Kultur und der Entwicklung unserer Vorfahren. Im Gegensatz zu den Traditionsquellen können historische Fundstücke in Form von Gegenständen der benannten Art im Allgemeinen durchaus authentischer eingeordnet werden. Während bei der Geschichtsschreibung subjektive Noten der jeweiligen Autoren das tatsächliche Geschehen durchaus ein wenig verändern oder zu Gunsten des möglichen Auftraggebers wunschgemäß verschönern können, ist ein ausgegraben Zeitzeugnis in der Regel vom Inhalt her unverfälscht.
Allerdings gilt auch hier: Ohne Ausnahme keine Regel. Während das vor Jahrhunderten notierte Wissen von Geschichtsschreiber "X" nicht unbedingt der damaligen Realität entsprechen muss, ist in manchen Fällen zu bezweifeln, ob das Gemälde von Maler "Y" tatsächlich auch von ihm oder seinem Lehrling gemalt wurde.
Beispiele geschichtlicher Verfälschungen:

  • Traditionsquellen: Die "Konstantinische Schenkung" (Constitutum Constantini)
    Eine um das Jahr 800 gefälschte Urkunde diente zum Ausbau der päpstlichen Vormachtstellung und war über Jahrhunderte Bestandteil des Kirchenrechts, bis der Vatikan im 19. Jahrhundert das Dokument als eine Fälschung zugab. (Nachweis der Fälschung bereits im 15. Jahrhundert)
  • Überrestquellen: Reliquie der "Jeanne d'Arc" stammt von ägyptischer Mumie
    Rund 140 Jahre bewahrten die Bewohner der französischen Stadt Chinon eine Reliquie der Nationalheldin Jeanne d'Arc auf, bevor sich diese mit Hilfe der modernen Wissenschaft als Fälschung erwies. Mit Hilfe einer elektronenmikroskopischen Untersuchung nebst DNA-Test konnte das vermeintliche Knochenmaterial der Johanna von Orléans (*1412, †1431) als sterbliche Überreste einer vorchristlichen ägyptischen Mumie (ca 3. bis 6. Jh. v. Chr.) zugeordnet werden. Die Fälschung selbst sollte vermutlich bereits im 19. Jahrhundert die Seligsprechung der Jeanne d'Arc beschleunigen. Immerhin mit Erfolg. Papst Benedikt XV. sprach sie 1909 selig und ab 1920 gilt Jeanne d'Arc in der katholischen Kirche als Heilige.
Die Geschichte ist bei ihrer Erforschung prinzipiell ein "Fass ohne Boden" und möchte immer und immer wieder entdeckt werden. Wir wissen heute viel, aber niemals alles und von dem, was wir wissen, ist vieles recht genau aber manches auch unvollständig oder sogar noch vollkommen unerforscht.
.:  Mike Burkhardt - Eisenach - Thüringen  :.